Salzwasser im Blut

Als wenn es gestern gewesen wäre, fünf große Blauflossenthunfische werden im Hafen von Sète, Südfrankreich von einem Boot geladen – wir sind sprachlos! Zwei Tage später sind wir auf See und fangen Makrelen und weiße Thunfische bis 6 kg. Eigentlich sind wir ja in erster Linie Süßwasserangler und unsere Traumziele liegen in Nordamerika …

Es kam anders, US-Magazine und Bücher mussten her, danach „Learning by Doing“ und einiges Lehrgeld – so oder ähnlich erging es den meisten Anfängern in den 70ern. Heute ist der Einstieg zwar nicht mehr so steinig, aber wer tiefer in die Welt des Meeresangelns eindringen will, muss immer noch US-Literatur und Magazine wälzen und zum (Angel) Diktionär greifen.

Um diese Lücke (etwas) auszufüllen und auf Drängen vieler Freunde und Bekannter, begannen wir Ende 1999 mit dem Schreiben kleiner Artikel und Aufsätze. An ein Buch dachten wir damals noch nicht – eine angenehme „Pausenbeschäftigung zwischen den Ausfahrten“ war es anfangs. Es kommt halt wie es kommen muss, letztendlich ist dann doch ein Buch daraus geworden.

Nur über Schwertträger, große Thunfische und Haie zu schreiben – das sogenannte „Big Game Fishing“ – war uns zu wenig. Das „tägliche Brot“ bzw. der Beifang und das Angeln in Riffnähe ist aus gutem Grund unser zweites Hauptthema. Das Angeln mit Streamer und Fliegenrute haben wir nur gestreift, hoffen aber, Interessierten den Einstieg in diese schwierige Variante zu erleichtern.

Selbstverständlich war uns das Angeln im Mittelmeer ein Kapitel wert; schließlich liegt es „vor der Haustür“ und ist uns Deutschen liebstes Urlaubskind! Nach der ersten Durchsicht werden sich viele Anfänger fragen: „Muss ich soviel wissen, Knoten und montieren lernen … ich will doch nur aufs Meer und meinen Traumfisch fangen?"

Lieber Leser, stellen Sie sich einmal vor, an Ihrem Heimatgewässer sucht ein anderer Angler Ihren Platz aus, montiert Ihr Gerät, wirft aus, schlägt den Fisch an und gibt erst dann die Rute an Sie weiter!

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen.

Tight Lines!

 

Stephan Kreupl, geb. am 20.11.63,
seit 1979 dem Hochseefischen verfallen.
Robert Rein, geb. am 15.11.56,
seit 1972 Meeresangler.