Catch & Release oder Catch & Kill?

»Fangen und Zurücksetzen«

Ein heikles Thema, unsere Meinung dazu. Billfische sterben leider des öfteren beim Drill. Selbstverständlich nimmt man den toten Fisch mit. Wir verstehen, dass jemand seine ersten größeren oder rekordverdächtigen Fische mit nimmt; wir machten es ebenso. Aber den x-ten Segelfisch oder kleinen Marlin am Galgen... ? Einige Länder sind leider immer noch schwierige Terrains für Catch & Release Angler. Sich gegen Besatzungen und Eigner durchzusetzen ist nicht jedermanns Sache. Marline kann man nach einem halbstündigen Drill meist ohne Bedenken freilassen; nach einer Stunde wird es kritisch. Große Marline sterben leider oft bei, oder nach dem Drill. Segelfische sind sehr einfach und schnell zurückgesetzt, am Schwert packen, Haken raus, stabilisieren, langsam weiterfahren und man merkt, wenn er wieder munter wird.

Marlin und Segelfisch sind keine großen Gaumenfreuden. Die meisten Haiarten sind nicht für den menschlichen Verzehr geeignet. Thune müssen richtig ausbluten, zerteilt und zubereitet werden; Sushi ist nicht jedermanns Sache. Unsere Favoriten sind Wahoo und Goldmakrele. Normalerweise nehmen wir Fische für 1 bis maximal 2 Mahlzeiten mit. Die beste „Gefriertruhe“ ist das Gewässer selbst! In ärmeren Ländern kommen die Einheimischen meist nur schwer an Frischfisch. Deshalb nehmen wir – nur bei garantierter Abnahme – schnellwüchsige, wie: Wahoo, Goldmakrele Thun, Kingfisch u.ä. mit und verschenken sie.

„Zweikampf, Mann gegen Fisch ... Gladiatoren der Meere ... edle Schwertträger ...“ – der Fisch hat einen Haken im Maul und kämpft um sein Leben. Sein Todeskampf verläuft in der Regel entsprechend seinem angeborenen (Flucht u. Jagd) Bewegungsdrang. Das Schmerzempfinden von Fischen hat unseres Wissens nach noch niemand gemessen oder einschätzen können. Dem Angler schmerzen meist nur Arme, Beine und Rücken. An ein paar Abschürfungen oder Blutblasen stirbt man nicht; in der Regel ist die Gefahr für Leib und Leben gering. Objektiv gesehen ist kein Fisch edler.

Was treibt uns immer wieder hinaus? Bei vielen ist sogar eine Sucht oder schlimmer Zwang erkennbar. Scheinbar hängt es irgendwie mit unserer Entwicklungsgeschichte zusammen. Eine im Verhältnis zur „Zivilisationsphase“ unendliche Zeit streiften wir als Jäger und Sammler durch die Wildnis. Vielleicht ist bei uns die „Fischjagd“ tiefer und fester im Unterbewusstsein verankert!?

Die Jagd auf Säugetiere interessieren die meisten Angler überhaupt nicht – passt nicht zu der „Jägertheorie“. Ist es vielleicht besser, man quält Fische an Stelle seiner Mitmenschen? Es gibt aber leider auch Angler die gerne beides tun. Lassen wir es dabei. Es ist halt so wie es ist. Was bleibt uns auch sonst übrig – auf das Angeln verzichten? Wir denken, eine gute Portion Selbstkontrolle, ein bisschen schlechtes Gewissen und Achtung vor der Kreatur ist notwendig und schadet nicht, aber quälender Selbstzweifel oder Schuldgefühle sind fehl am Platz. Diskussionen gehen wir nur dann aus dem Weg bzw. beenden sie, wenn unser Gegenüber die Angelleidenschaft mit dem sogenannten „Bösen“, dem „Dunklen Teil“ der menschlichen Seele in Verbindung bringt oder als krankhaft bezeichnet. Leider gibt es heutzutage sehr viele die so denken. An die Adresse von „Nichtanglern“, die einfach nur klug daherreden oder stänkern wollen: Den meisten Menschen schaudert es bei dem Gedanken ihre „Mahlzeit“ selbst schlachten zu müssen, essen aber trotzdem mit großem Genuss Fleisch und Tierprodukte. Wenig bekannt bzw. interessiert hierzulande, wie Fische an Langleinen, in Schlepp- und Treibnetzen o.ä. gefangen bzw. zu Tode kommen. Hier funktioniert das Verdrängen... aber die bösen Angler. Jeder weitere Kommentar ist überflüssig.

Zum Thema Light Tackle und Salzwasser-Fliegenfischen

Wir erlebten mehrmals, dass so gehakte Fische, bedingt durch den geringen Leinenzug, längere und mehr Fluchten (Boot fährt hinterher) machten, sich buchstäblich „tot rennen“, um dann in einem Schock zu verharren – leichte Beute!? Das „Ultra Light Tackle“ ist nicht unser Fall. Das schelle, dem Fisch „Hinterherfahren“; der Angler muss zuschauen wie der Wireman den Fisch am Vorfach bändigt, freilässt oder „Rekord“... lehnen wir grundsätzlich ab. Diese Methode, hat nach unserem Dafürhalten, nur noch wenig mit Angeln zu tun. Jeder muss letztendlich selbst entscheiden, wie er angelt und ob er einen Fisch tötet oder schonend zurücksetzt.
Unsere Entscheidungsgrenze liegt bei Blauflossenthun und Blue-/Blackmarlin um 150 kg. Die Bevormundung und das schulmeisterliche Getue, wie hierzulande üblich, lehnen wir grundsätzlich ab. Wie so oft im Leben, ist Toleranz der Schlüssel im Umgang miteinander!

Fische markieren und freilassen (tag & release)

Die „Billfish Foundation“ führt Markierungsprogramme durch und überwacht die Fangmeldungen; Tagsticks und Zubehör erhält man ebenfalls dort, siehe „IGFA-Kontakt“.