Tipps und Tricks beim Fischen mit Lures.

Über die Jahre hinweg haben wir weltweit auf vielen unterschiedlichen Booten und Kontinenten gefischt. Ob mit lokalen Handleinenfischern, kommerziellen Thunfischern oder Profiskippern auf Charterbooten – jedes Team (Kapitän/Crew) hat seinen eigenen Stil und seine eigene Technik. Aus dieser Vielzahl unterschiedlichster Techniken und Taktiken zum Fischen mit Lures haben wir versucht, immer das Beste mitzunehmen und rundherum eine ausgewogene, gute Technik für uns zu entwickeln.

Vorab gesagt: Es gibt keine hundertprozentige Norm für das Fischen mit Lures und keinen ultimativen, einzigen Masterplan. Die Flexibilität und das Wissen darum, was man alles wie, wo und bei welchen Bedingungen machen kann, machen den erfolgreichen Angler aus. Das Lösungswort heißt Flexibilität. Jeder Tag auf See ist anders und am Ende unterscheiden sich Erfolg oder Misserfolg nur in winzigen Details und Kleinigkeiten. Warum fangen in gleichen Gebieten, bei gleicher Anzahl von Chartertagen manche Boote oftmals mehr und manche Boote in der Regel weniger? Es ist nicht immer nur das Glück des einen und das Pech des anderen!

Wir möchten Euch hiermit ein paar Tipps und Tricks auf den Weg geben. Es sind reine Erfahrungswerte und Empfehlungen und ist nicht der Weisheit letzter Schluss. Am Ende muss doch jeder selbst entscheiden, wie er seine Köder fischen möchte. Es gibt auch größtenteils keine schlechten Lures, jeder Lure auf dem Markt fängt seine Fische, es kommt nur immer darauf an, wie, wo, wann und für welchen Zweck man ihn einsetzt.

Mit Lures Fische fangen

Wir können uns für den Ort, den Zeitraum und das Boot entscheiden. Die täglichen Bedingungen auf See sind die Faktoren, die wir nicht beeinflussen können. Dazu gehören die Strömung, die Wassertemperatur, die Windverhältnisse, der Mondstand, die Gezeitenunterschiede und das Beißverhalten der Fische. Es gibt Tage, an denen die Fische unsere Lures aggressiv attackieren, und Tage, an denen die Fische unsere Lures kaum beachten. Am Ende ist jeder Tag ein neuer Tag, ein anderer Tag. Wir können uns den Bedingungen täglich erneut stellen und unsere Technik und Taktik mit den örtlichen Gegebenheiten abgleichen.

Attackieren die Fische aggressiv die Lures, haben wir die höchste Chance auf eine gute Hookupquote. An solchen Tagen wird höchstwahrscheinlich fast jeder Lure, unabhängig von der Montage, fangen.

An anderen Tagen sind die Fische nicht so aggressiv und da macht es den Unterschied meistens aus. Wenn man dann weiß, wie man seine Lures am besten einsetzt und mit welchen Montagen, Abständen und Strikeeinstellungen man fischt, wird man oft am Ende des Tages belohnt. Einzige Grundregel, die für alle gilt, ist ein sehr scharfer Haken.

An diesen schwierigen Tagen ist es von enormer Wichtigkeit, die Lures auf den besten Positionen für ihre individuellen Laufeigenschaften einzusetzen. Es gibt Modelle, die auf der kurzen Position besser, effektiver, aggressiver laufen und andere Modelle, die besser weit hinten ganz ruhig und kurz unter der Wasseroberfläche arbeiten. Wenn man das Wissen hat, welche Lures auf welchen Positionen bei den unterschiedlichsten Wetterbedingungen am besten arbeiten, wird man mehr Fische zum Lure bringen und auch an sogenannten schlechten Tagen den ein oder anderen Strike bekommen.

Wir fischen gerne an diesen kritischen Tagen große, aggressive Modelle kurz hinter dem Boot – einer rechts, einer links: ein Lure mit schrägem Kopf, der immer mal auf die Seite ausbricht, und ein Lure mit konkavem Kopf, der stetig gerade mit großer Blasenspur alle zwei bis drei Sekunden auf- und abtaucht.

Produktempfehlung aus unserem Programm:
Grander 1238, Big Smoker, Conan, Mr. Big

Über die Outrigger setzten wir zwei mittelgroße Modelle ein: einen aggressiver laufenden Lure mit leicht schrägem Kopf und einen Lure mit konkavem Kopf. Oftmals taucht der Fisch zuerst hinter dem aggressiver laufenden Lure auf, beißt aber auf den Lure mit konkavem Kopf, der länger unter der Welle läuft.

Produktempfehlung aus unserem Programm:
Softy, Striker, Superjet, Honey Hooker, Little Grander.

Getreu dem Motto „Elefanten fressen mit Vorliebe Nüsse“ setzen wir auf der 5. und letzten Position gern einen sogenannten Bullethead Lure oder einen Chugger in kleinerer Größe ein. Diese Köder lassen wir als letzte Option über die „Shotgun-Position“ laufen.

Bullethead Lures schwimmen unauffällig kurz unter der Wasseroberfläche und sind eine echte Alternative zu den großen Lures, natürlich in Abhängigkeit davon, welche Futterfische die Jäger gerade auf dem Speisezettel haben. Dieser Lure hat schon so manchen zähen Angeltag mit einer Überraschung gerettet.

Produktempfehlung aus unserem Programm:
Magic Shot oder Chuggy

Was ist die richtige Montage?

Wenn wir nun wissen, welche Lures wir auf welchen Positionen einsetzen möchten, kommt die nächste Qual der Wahl – Einzel- oder Doppelhakenmontage? Es ist wichtig, die Laufeigenschaft des Lures nicht durch die angewandte Hakenmontage zu reduzieren. Lures mit schrägen Köpfen haben in der Regel eine aggressive Laufeigenschaft und reagieren sehr sensibel auf die eingesetzte Montage. Wenn man nicht ausschließlich mit Einzelhakenmontagen fischen möchte, wäre unsere Empfehlung, diese Lures mit einer Doppelhakenmontage zu versehen und die Haken im 180-Grad-Winkel zu montieren – den dem Kopf zugewandten Haken als sogenannten J-Hook und den hinten laufenden Haken als so genannten Southern Tuna Hook einzusetzen.

Lures mit konkaven Köpfen fischen wir in der Regel mit Einzelhaken, als „Stiffrig“ montiert und den Haken so weit nach hinten gesetzt, wie es die IGFA-Regeln erlauben. Mit diesen Montagen haben wir die größte Hookupquote. Oftmals sitzt der Haken am Außenbereich des Mauls oder verkeilt sich um das Schwert. Viele Profiskipper behaupten, mit Einzelhakenmontagen grundsätzlich eine bessere Hookupquote zu erzielen.

Nebenbei ist die Einzelhakenmontage im Zeitalter des Catch & Release auch „fischfreundlicher“ und für die Crew einfacher und sicherer beim Releasen.


Die alte Grundregel (die Hakengröße sollte dem Durchmesser des Lurekopfes entsprechen) haben wir schon lange über Bord geworfen. Wir fischen die letzten Jahre mit immer kleineren, sehr stabilen Modellen (max. Größe 10/0) und haben damit unsere Hookupquote optimiert. Auch versuchen wir die Hakenmontage so einfach wie möglich zu halten und Haken mit kleinem Öhr zu verwenden, damit beim Biss keine zusätzlichen „Hindernisse“ entstehen.

Clips oder Gummis?

Mit Gummis laufen die Lures oftmals besser im Wasser, da der Gummi die Wellen besser mit ausgleicht. Und wenn der Fisch den Lure kurz attackiert, reißt nicht gleich der Gummi und der Fisch wird wilder und schlägt erneut zu.

Wenn wir mit Clips fischen, versuchen wir die Einstellung möglichst stramm zu halten, damit nicht beim ersten Kontakt der Clip gleich aufgeht und der Fisch noch einmal versucht, den Köder zu schnappen. Oftmals schlägt der Fisch beim zweiten Angriff heftiger zu und die Hookupquote steigt.

 

 

Bremseinstellung

Da wir die letzten Jahre ausschließlich nur noch mit Singlehook-Montagen fischen, haben wir die Erfahrung gemacht, dass die Hookupquote bei geringerer Bremseinstellung meistens höher ist als bei sehr stramm eingestellten Bremsen.

A lower setting for 50, 80 and 130 lb. line classes would in my opinion be between 8 lbs. and a maximum of 20 lbs.

In most cases a fish will first attack a lure with its bill. The clip or rubber band then releases the line which creates the drop-back effect and the fish then grabs the lure in the middle of the skirt, turns away and then swims off with the lure diagonal to its mouth. When this happens, the hook automatically slides into the jaw scissors or the outer part of the fish’s mouth. It does not panic at this stage because it feels only minor opposing pressure. It does realize that something is not quite right and starts jumping wildly but does not crash-dive and set off on long runs. By using this method you can bring the fish to the side of the boat relatively quickly and then release it in a healthy condition.

Bei zu hart eingestellten Bremsen wird der Haken sehr oft beim Strike aus dem Maul oder vom Schwert gerissen. Wenn der Fisch nach dem Strike trotzdem hängt, bekommt er durch den hohen Wiederstand schnell Panik, die er mit einer langen Flucht und oftmals in die Tiefe quittiert. Diese Fische dann an das Boot zu bekommen, dauert in der Regel wesentlich länger. Viele dieser Fische sind dann völlig ausgepowert und ihre Überlebenschancen sinken drastisch.

Machen wir uns aber bitte bei alledem nichts vor: Am Ende angeln wir auf einen Fisch, der keinerlei Intelligenz besitzt – wir aber machen eine riesige Wissenschaft daraus. Im Grunde ist das Fischen z. B. auf Marlin sehr simpel und ein wenig Glück spielt am Ende des Tages auch eine große Rolle.

In diesem Sinne
Tight Lines!
Euer BluewaterFishing Team