Kurztrip Karibik - Tobago 2005

Wo hin über Weihnachten und der Jahreswende? Diesmal stand Tobago kurzfristig im Visier. Mit einem Last-Minute-Ticket sicherten Martina und ich uns 2 Flugplätze inkl. Hotel. Mit im Gepäck eine Spinnrute und die Fliegenfischerausrüstung.

Ich hörte von gutem Angeln auf Tarpon und Bonefisch und wollte unbedingt mal einen dieser Fische fangen. Nach Rücksprache mit einem Fliegenfischerprofi ist Tobago ein wahres Paradies. Dort Tarpone zu fangen sei gar kein Problem. Man müsste sich nur ins Wasser stellen, wedeln und dann kommt schon einer – so ungefähr hörte sich das an ...

Naja, bekanntlich kommt beim Fischen sowieso fast immer alles anders als man denkt/plant.

Angekommen auf Tobago begrüßte uns erst mal 2 Tage heftiger Regen und Sturm. Danach lernte ich einen Schweizer kennen, der ein kleines Boot hatte und damit zum Freediving fischen ging. Er schoß mit der Harpune beachtliche Fische bis zu 100 Pfund. Schnell haben wir uns entschlossen bei nächster Gelegenheit rauszufahren.

Da das Boot allerdings sehr klein war und die Wellen sehr groß, konnten wir nicht zu den besagten „FADS“ fahren. Die liegen leider auf Tobago sehr weit draussen. Fahrtzeiten bis zu 2 Stunden muß man dort in Kauf nehmen. Wir versuchten unser Glück der Küste entlang und fingen Barracudas, Thune, Makrelen, Jacks und den ein oder anderen kleinen Hai.

Nachdem das Wetter nicht besser wurde – immer noch heftiger Wind, mietete Martina und ich uns ein Fahrrand und versuchten mit Landkarte und Fliegenrute bewaffnet erfolgversprechende Flats zu finden. Traumhafte Stellen/Flats fanden wir auch. Martina ließ sich die Sonne auf den Bauch brennen wärend dessen ich mit Schwimmhäuten an den Füßen stundenlang erfolglos die Flats durchquerte bis die Sonne unterging. 1x musste ich sogar zurück schwimmen. Hatte doch glatt die Flut verpasst ...

Abends versuchte ich mich bei karibischen Klängen, karibischem Glücksspiel und bei ein paar Bier vom Angelfrust abzulenken.

Am nächsten Tag versuchte ich es am so genannten „Pigeon Point“ und konnte doch tatsächlich meinen ersten mit der Fliege gefangenen Tarpon landen. An diesem Nachmittag hatte ich insgesamt 5 Tarpone zwischen 10 und 30 Pfund mit dem Streamer gehakt. Einen konnte ich allerdings wie gesagt nur landen – thats Tarponfishing.

Am letzten Tag konnte ich Captain Frothy mit seinem Boot zum Offshorefischen chartern. An diesem Tag hatte ich meinen neu gewonnenen schweizer Angelfreund eingeladen. Er hatte noch nie auf so einem Boot gefischt und auch noch keinen Marlin gefangen.

Nach 2 Stunden Fahrtzeit erreichten wir endlich blaues Wasser. Nachdem wir unsere Ruten ausgelegt hatten, dauerte es nicht lange bis zum ersten Biss. Es sollte ein Doppelstrike sein. 1 Sailfish und eine karibischer Marlin der 300 lb Klasse schraubten sich parallel aus dem Wasser. Ich überließ natürlich meinem schweizer Angelfreund den Marlin. Der Sail war am 30 lb Gerät schnell im Boot. Ein kurzes Foto und wieder rein und weiter geht’s. Leider verabschiedete sich der Marlin nach ca. 20-minütigem Drill – bad luck.

Danach hatten wir noch 2x Marlinkonntakt – leider ohne hookup und konnten noch ein paar schöne Dorados und Wahoos fangen.

Bedingt durch den langen Heimweg blieb uns leider nicht mehr so viel Zeit und wir mussten zurück zur Marina. Trotz sehr kurzer Angelzeit hatten wir das Glück doch einige Fische fangen zu können. Es war ein rundum toller Abschluß.

Tobago ist sicherlich ein schönes Plätzen für Fliegenfischer. Mit ordentlicher Planung und vernünftigen Guides kann das auch ein tolles Fischen werden. Ich hatte leider die Erfahrung mit unzuverlässigen und unkompetenten Fliegenfischer-Guides gemacht. Deshalb kann ich aus meiner Sicht nur Captain Frothy mit seinem Boot empfehlen. Da lief alles sehr professionell ab.