Besser als erwartet!

Mauritius März 2013

„Liebes Mauritius, ab heute schließe ich dich in mein Nachtgebet und meine täglichen Fürbitten ein! In der großen Hoffnung auf irgendwann mal wiederkehrende bessere Zeiten verbleibe ich bis dann, dein alter Freund!“

Mit diesen Zeilen verabschiedete ich mich im Februar 2008 von Mauritius und meine Gebete scheinen gewirkt zu haben.

Fünf Jahre später besuchten wir Mauritius erneut. Wir waren im Hotel Dinarobin untergebracht, wo man eine Wohlfühlgarantie und beste kulinarische Versorgung geboten bekommt. Zu dem Dinarobin und dem Schwesterhotel Paradis gehört ein Golfplatz der von einer wunderschönen Lagune geteilt wird. In dieser Lagune tummeln sich einige Barracudas, Snapper, Milkfische und vereinzelte Bonefische. Mit der Fliegenrute bewaffnet versuchte ich einen Bonefisch zu überlisten - jedoch ohne Erfolg. Durch den vielen Regen der letzten Wochen hatten wir an all den Tagen trübes Wasser und dementsprechend sehr schlechte Bedingungen zum Fliegenfischen.
















Das Big Game Fischen gingen wir sehr locker an. Nach einem ausgiebigen Frühstück fischten wir in der Regel zwischen 13.00 Uhr und 18.00 Uhr. Mal mit der „Desteny“, einem kleinen Boot mit Außenbordmotoren und mal mit der „Nostalgie“, einer nagelneuen und technisch top ausgestatteten, 37 Fuß großen Riviera.










Die ersten fünf Tage sahen wir keinen Fisch und dann ging es Schlag auf Schlag. An den folgenden fünf Tagen hatten wir sechs Marlinstrikes wovon wir einen kleinen Black Marlin mit ca. 200 lbs (Catch & Release) auf unseren Lure „Superjet“, einen Blue Marlin mit 437 lbs auf „Grander 1238“ und einen Blue Marlin mit 600 lbs beim Thunfischangeln fingen. Ein großer Marlin der +800er Klasse ging uns leider nach fünf Stunden Kampf auf „Big Smoker“ direkt am Boot verloren. Auch unser 600 lbs Marlin kämpfte unerbittlich. Den Biss bekamen wir mitten in einem Thunfisch-Schwarm, nachmittags um 16.00 Uhr. Nach einer Stunde war zum ersten Mal die Doppelleine auf der Rolle und dann begann ein sehr langer Kampf auf Biegen und Brechen. Es wurde immer später, der Marlin wurde nicht müde und stand wie Eisen unter dem Boot. Nach vier Stunden machte er eine letzte Flucht und starb danach bei völliger Dunkelheit in der Tiefe. Mit vereinten Kräften pumpten wir den Fisch langsam und stätig, Umdrehung für Umdrehung an die Oberfläche - die Freude war riesig und wir lagen uns alle in den Armen. Nicht auszudenken wenn wir diesen Fisch nach so einem Kampf auf so eine Weise verloren hätten.














Resümee:

Die Fischerei auf Mauritius hat sich in den letzten 2 Jahren trotz des kommerziellen Befischungsdrucks stark verbessert. Es gibt zum Teil Phasen mit sehr viel Fisch vor Ort und dann aber auch wieder Phasen mit gar keinem Fisch. Wenn man die nötige Zeit mitbringt und auf den Fisch warten kann, hat man gute Chancen einen kapitalen Marlin zu erbeuten. Es gibt viele neue, bestausgestattete Yachten und einige heranwachs- ende junge Kapitäne, die sich mit der Fischerei weltweit auseinandersetzen. Trotz alle dem, gibt es immer noch sehr viele „Bully Bully“ Boote und viele abgerissene Fische und das nicht weil die Marline auf Mauritius stärker sind oder das Wasser salziger ist ...

PS: „Bully Bully“ bedeutet übrigens bei maximaler Bremseinstellung mit Vollgas beim Strike wegzufahren und vom toten Boot aus den Fisch heranzudrillen.