Marlin Grander Slam - dritter Anlauf

Great Barrier Reef November 2014

Nach dem Motto „wenn du nicht spielst, hast du schon verloren“ startete ich in diesem Jahr den nächsten Versuch, einen 1000 lbs Black Marlin an die Angel zu bekommen.

Ich charterte vom 11. bis 20. November 2014 die „Tradition“ mit Skipper Tim Richardson (Australien) und seinen beiden Crewmännern Paco Vela (Puerto Rico) und Garrett Penley (USA). Mit dabei war auch ein Freund aus Frankfurt Thomas Raudnitzky (Nichtangler, Moderator, Reporter, Redakteur, Kameramann).

Wir starteten unser Abenteuer von Cooktown aus und fischen die ersten Tage am Ribbon No. 10. Das Meer meinte es in diesen Tagen gut mit uns. Relativ ruhiges Wasser und gute Strömung ließen uns auf einen super Trip hoffen.

Gleich am 1. Tag am Ribbon Reef No. 10 angekommen, sollte es auch krachen. Wir fingen einen super 850 lbs schweren Black Marlin bei ruhiger See und tollem Wetter. Am darauffolgenden Tag wechselte die Strömung und das Wasser färbte sich grünlich – keine optimalen Bedingungen zum Marlinfischen. Nichts desto trotz fingen wir einen 500 lbs Black. Einen Tag später folgte ein weiterer Marlin mit 300 lbs. Bis dahin hatten wir in 3 Tagen 3 von 3 Marlinen gefangen.

Danach verließ uns dann so langsam das Glück mit den Black Marlinen. Am 4. Tag hatten wir keinen Marlinkontakt zu verzeichnen.

Am 5. Tag fischten wir am Ribbon Reef No. 7 und hatten am Nachmittag einen super Strike von einen sehr großen Black Marlin. Der Marlin faltete die 1 Meter lange Spanische Makrele (Köder) zusammen und dabei verhakte sich der Haken in der Schwanzwurzel unseres Köders. Der Marlin machte einen Sprung und spuckte die Makrele wieder aus – bad luck, dass wäre er evtl. gewesen, der 3. Grander. Wir hatten an diesem Tag noch 2 weitere Bisse und fingen ein kleines Exemplar mit ca. 150 lbs.

Die restlichen Tage hatten wir leider keinen Marlin mehr zu Gesicht bekommen und wir beendeten die Tour nach 9 Tagen und 4 von 6 gefangenen Black Marlinen in Cairns.

Ein Tag frustrierte uns ganz besonders. 3 Boote um uns herum hakten am Abend innerhalb von ca. einer Stunde große Blacks und wir hatten mitten drin keinen Fisch hinter unserem Boot. Bei der Fahrt zum Ankerplatz ließen wir noch einen Wobbler an der Jiggingrute laufen und bekamen bei Sonnenuntergang einen Monsterbiss. Es war ein sehr großer Hundezahnthunfisch, der mich innerhalb von 15 Sekunden komplett gespult hat. 350 Meter, 100 lbs Leine bei strammer Bremseinstellung förmlich runtergerissen. Die Schnur hing nur noch am Spulenknoten fest und meine Arme wurden immer länger. Es dauerte noch gefühlt 2 Sekunden und dann hat es den 50 lbs Wirbel am Wobbler zerlegt und der Fisch war weg …

Keine Ahnung wie groß der Fisch war, eine Woche vor unserem Trip wurde genau an dieser Stelle ein 143 lbs Hundezahnthunfisch auf gleiche Weise gefangen.

Beim Lighttackle- und Popperfischen konnten wir einige gute Fische an den Haken bekommen und das Schnorcheln am Riff ist nach wie vor eine Sensation. Die Stimmung mit den Jungs war super und der Erholungsgrad lag bei 100%.

Was soll ich sagen – „wenn du nicht spielst, hast du schon verloren“. Beim nächsten Anlauf wird unser Motto „we try harder“ heißen. Great Barrier Reef – ich komme wieder.

Stephan Kreupl im Dezember 2014